Ducati Dreambikes

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Online seit: 10.06.2011

Testbericht

Ducati Dreambikes

Ducati Dreambikes

Träummotorräder aus Bologna. Diavel und Multistrada. Verkehrte Welt?

Träummotorräder aus Bologna. Diavel und Multistrada. Verkehrte Welt?




























































































































Ducati
Dreambikes



Früher mal träumten wir von Ducati Superbikes,
heute von Cruisern und Enduros – Verkehrte Welt?




Ducati Diavel

Die Ducati Diavel ist ein Cruiser-Muscle-Bike welches mit
Supersport-Komponenten vollgestopft ist. Also Motor, Bremserei und auch
die Güte des Fahrwerkes kommen aus der Superbike Klasse von Ducati,
Sitzposition und Auftritt erinnern eher mehr an Harley V-Rod oder Yamaha
V-Max. Damit eröffnet sich Ducati schon alleine mal in Sachen
Körpergröße eine komplett neue Zielgruppe. Denn klassenüblich hat die
Diavel eine niedrige Sitzhöhe, 770 mm um genau zu sein. Zusätzlich dazu
gibt es die Diavel mit Traktionskontrolle und ABS. Damit hat man ein
brutales Bike so konfiguriert, dass man auch Gelegenheitsfahrer damit
ausfahren lassen kann. Die Sitzposition ist durchaus entspannt, leicht
nach vor gespannt. Der Motor ist zu Beginn durchaus als sanftmütig und
angenehm dosierbar zu bezeichnen. Man kann also komplett gefahrlos seine
1.500 km pro Jahr von der Garage zum Wirten fahren.






Wer will kann damit aber auch deutlich mehr Kilometer und auch
deutlicher grimmiger am Gasgriff drehen.
Kommt der Motor auf Touren
kommt Supersport-Feeling der ganz anderen Art auf. Das Motorrad wird
ernst, beschleunigt einfach irre, bremst bei Bedarf aber ebenso radikal.
Irgendwas hat Ducati bei dem Motorrad richtig gemacht. Es gibt ja einige
übermotorisierte Chopper am Markt, bei vielen ist es jedoch so, dass es am
Kurveneingang oft gefährlich wird. Die gute Bremse, das ausgezeichnete
Fahrwerk und das recht niedrige Gewicht machen aus der Diavel aber eine
Fahrmaschine. Das hochwertige Konzept verträgt dann sogar den
ultrabreiten 240er Hinterreifen welcher gemeinsam mit Pirelli entwickelt
wurde.


Gelenkt wird im Sattel der Diavel übrigens mit dem Lenker. Impulse über
die Hüfte oder auch mit dem Rest des Körpers beeindrucken das stabil
liegende Motorrad wenig. Das Motorrad hat zwar sportliche Gene, die
Sitzposition ist aber nicht aktiv genug um entscheidende Kräfte ins
Motorrad einleiten zu können. Wer flotte Kurven fährt, muss also mit
deutlichen Impulsen am Lenker das Fahrzeug dirigieren. Auf den Geraden
erfreut man sich aber dafür an der Stabilität.





Ein Leckerbissen welcher gut ins Gesamtbild des Dreambikes passt, ist das
coole Display am Tank der Diavel. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung
präsentiert es glasklar Infos oder Entertainment-Animationen. Bitte
erklärt mich nicht für verrückt, aber die Diavel gibt auch ein sehr
chilliges Tourenbike ab. Klar fehlt der Windschutz aber die Sitzposition
ist einfach super entspannend und mit niedriger Drehzahl gleitet man
komplett sorgenfrei von A nach B.


Klar war natürlich, dass ein Motorrad wie die Diavel Resonanz von einem
Zubehörhersteller wie RIZOMA hervorrufen wird. Die Ergebnisse können
sich sehen lassen. Link:

Rizoma Teile für Ducati Diavel

Für uns ist die Diavel ein ganz großes Wurf. Klar beeindrucken die
nackten Zahlen, die harte Optik und die schiere Beschleunigung. Aber am
meisten beeindruckt die Tatsache, dass man dieses Muscle-Bike dank
elekronischen Fahrhilfen und der hochwertigen Komponenten auch sehr
schön und sicher fahren kann.






























































































































Technische Daten

Ducati Diavel

Motor 90°-V2 4-Takt-11°-Testastretta-Motor,

Wasserkühlung


1198,4 ccm - 106,0 mm Bohrung - 67,9 mm Hub - Verdichtung 11,5:1

(±0,5)
Ventilsteuerung

4-Ventil-DOHC-Desmodromik, Ventilhub: 12,2 mm (E) - 11,2 mm (A)




Ventildurchmesser: 43,5 mm (E) - 35,5 mm (A)


Einlass öffent 4° v.o.T., schließt 58° n.u.T. - Auslass öffnet

58° v.u.T., schließt 7° n.o.T.
Leistung 162 PS - 119 kW bei

9.500 Umin / 127,5 Nm Drehmoment bei 8.000 Umin
Kraftübertragung hydraulisch betätigte

”Anti-Hopping Mehrscheiben-Kupplung im Ölbad mit Servo-System




Antriebskette 530 (5/8 x 3/8)
Rahmen ChroMo Stahlrohrrahmen

(ALS 450), 35° Einschlag, 28° Lenkkopfwinkel


Aluminium-Einarmschwinge
Gabel Marzocchi USD-Gabel

mit DLC Beschichtung einstellbar in Zug-, Druckstufe und

Vorspannung


50 mm Standrohrdurchmesser, 120 mm Federweg
Federbein Progressives Sachs

Mono-Federbein verstellbar in Zug-, Druckstufe und Vorspannung




120 mm Federweg
Reifen 120/70-ZR17 vorne,

240/45-ZR17 hinten
Bremse vorne

Zweischeibenbremsanlage mit Brembo-Bosch ABS-System, 320 mm

Bremsscheiben (schw.)


Brembo M4.34A 4-Kolben-Radial-Monoblock-Bremszangen, Brembo

Radial-PR18/19 Bremszyl.
Bremse hinten Einscheibenbremsanlage

mit Brembo-Bosch ABS-System, 265 mm Bremsscheibe (schwimmend)




Brembo PF30/32 2-Kolben-Bremszange, Brembo PS13 Bremszylinder

Gewicht 207 Kg (210)

Trockengewicht , 400 Kg Höchst zulässiges Gesamtgewicht
Abmessungen 2.257 mm Länge, 945 mm

Breite, 1.192 mm Höhe, 1.590 mm Radstand, 770 mm Sitzhöhe
Tank 17 Liter
Service 1.000 und alle 24.000

Km (Ölwechsel alle 12.000 Km) oder Jahresservice






Ducati Multistrada 1200


Die Multistrada begeisterte uns schon letztes Jahr bei diversen
Ausfahrten. Hier war es die Kombination aus Komfort und Speed die uns
nun oft von der Multi träumen lässt. So entspannt wird mit keinem
anderen Motorrad hergebrannt. Doch auch wenn man die Sache mit dem
Komfort vergisst und nur den Speed ins Auge fasst, ist die Multistrada
ein echter Sieger. Die aufrechte Sitzposition, die hochwertigen
Fahrwerkskomponenten, der breite Lenker und die 150 Pferde sind ein
Garant für den Sieg auf der Passauffahrt. Vor allem wenn man die Strecke
nicht kennt hat man mit der aufrechten Sitzposition und dem breiten
Lenker Vorteile gegenüber den Supersport Piloten.






Die Multistrada ist ja eigentlich ein Superbike welches komfortabel
gemacht wurde. Man kann es gar nicht oft genug erwähnen: 150 PS! Ein
Motorrad welches in Wahrheit auch Supersport-Fans glücklich macht. Genau
jenes Klientel welches in den letzten Jahren etwas weniger auf den
Straßen fuhr weil es ohnehin viel zu gefährlich für Leib, Führerschein
und Bandscheiben ist. Die Gefahr für den Führerschein wird mit der
Multistrada nicht geringer – im Gegenteil. Man kann den hohen Speed viel
länger aufrechterhalten, schont dabei aber in jedem Fall die
Bandscheiben.





Die Multistrada 1200 ist empfehlenswert für High-Tech-Fans und nicht
empfehlenswert für Puristen. Der Schlüssel ist kein Schlüssel mehr,
sondern ein Elektronik-Gadget welches in der Jackentasche verbleiben
kann und drahtlos dem Fahrzeug sein OK gibt. Das Fahrwerk kann, wenn man
beim Händler entsprechend viel Knete hat rüberwachsen lassen,
elektronisch eingestellt werden und selbst so profane Dinge wie eine
Lenkersperre werden elektrisch aktiviert. Kritische Naturen fürchten
sich bei zu viel Elektronik vor kleinen Fehlern und Pannen. Bei unseren
Testfahrten in letzter Zeit gab es aber niemals Probleme mit der
Elektronik sondern immer nur den gleichen Makel mit der schwammigen
Hinterbremse. Irgendwie gelangt da scheinbar Luft in den Bremskreislauf
und die Hinterbremse muss deutlich öfters entlüftet werden als man es
bei anderen Motorrädern gewohnt ist.

Probleme beim Verzögern kriegt man aber klarerweise trotzdem nicht. Für
den brachialen Anker am Vorderrad hätten vor ein paar Jahren noch
Rennstreckenpiloten getötet, nun darf man sich aufrecht sitzend daran
erfreuen. Die Motorcharakteristik ist in dieser Klasse eine ganz neue
Liga. Also von unten raus etwas zurückhaltender wie das Drehmomentwunder
BMW R 1200 GS aber viel agiler am Gasgriff und nach oben hin dann
feinster V2-Powergenuss. Gibt im Moment nicht viele Nakedbikes die da
mithalten können, bei den Reiseenduros ist sie motorisch total
übermächtig.






Auf alle Fälle sind jetzt die Zubehörhersteller am Zug. Denn die Ducati Multistrada
verkaufte sich prächtig und es gibt genug Individualisten da draußen
welche sich gerne ihre ganz persönliche Multi aufbauen möchten. Wir
freuen uns schon auf ein breites Angebot.




























































































































Technische Daten

Ducati
Multistrada

Motor 90°-V2 4-Takt-11°-Testastretta-Motor,
Wasserkühlung

1198,4 ccm - 106,0 mm Bohrung - 67,9 mm Hub - Verdichtung 11,5:1
(±0,5)
Ventilsteuerung

4-Ventil-DOHC-Desmodromik, Ventilhub: 12,2 mm (E) - 11,2 mm (A)

Ventildurchmesser: 43,5 mm (E) - 34,5 mm (A)

Einlass öffent 4° v.o.T., schließt 58° n.u.T. - Auslass öffnet
58° v.u.T., schließt 7° n.o.T.
Leistung 150 PS - 110 kW bei
9.250 Umin / 118,7 Nm Drehmoment bei 7.500 Umin
Kraftübertragung hydraulisch betätigte
”Anti-Hopping Mehrscheiben-Kupplung im Ölbad mit Servo-System

Antriebskette 530 (5/8 x 3/8) - 108 Glieder
Rahmen ChroMo Stahlrohrrahmen
(ALS 450), 38° Einschlag, 25° Lenkkopfwinkel

Aluminium-Einarmschwinge
Gabel ÖHLINS USD-Gabel
elektronisch einstellbar in Zug-, und Druckstufe (Vorspannung
konventionell)

48 mm Standrohrdurchmesser, 170 mm Federweg
Federbein progressives ÖHLINS
Federbein elektronisch verstellbar in Zug-, Druckstufe und
Vorspannung

59,5 mm Stoßdämpferhub, 170 mm Federweg
Reifen 120/70-ZR17 vorne,
190/55-ZR17 hinten
Bremse vorne

Zweischeibenbremsanlage mit Brembo-Bosch ABS-System, 320 mm
Bremsscheiben (schw.)

Brembo P4.32 4-Kolben-Radial-Bremszangen, Brembo Radial-PR18/19
Bremszylinder
Bremse hinten Einscheibenbremsanlage
mit Brembo-Bosch ABS-System, 245 mm Bremsscheibe (schwimmend)

Brembo P34C 2-Kolben-Bremszange, Brembo PS11 Bremszylinder
Gewicht 192 Kg Trockengewicht
, 430 Kg Höchst zulässiges Gesamtgewicht
Abmessungen 2.150 mm Länge, 945 mm
Breite, 1.400 mm Höhe, 1.530 mm Radstand, 850 mm Sitzhöhe

1.120 mm Lenkerhöhe, 170 mm Bodenfreiheit, Fußrastenhöhe: 340 mm
vorne - 480 mm hinten
Tank 20,0 Liter
Kunststofftank (4,0 Liter Reserve)
Service 1.000 und alle 24.000
Km (Ölwechsel alle 12.000 Km) oder Jahresservice



 





Text:
NastyNils

Fotos: Arlo, NastyNils


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