Triumph Explorer - "Reiseenduro-Test 2012"

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Online seit: 05.07.2012

Testbericht

Triumph Tiger Explorer

Triumph Tiger Explorer

Triple Threat im Zeichen des Union Jack. Triumph startet mit der Explorer einen Generalangriff.

Triple Threat im Zeichen des Union Jack. Triumph startet mit der Explorer einen Generalangriff.



























































































 

Big Enduros - Triumph Tiger Explorer



Die Erwartungen waren extrem hoch...und wurden nicht ganz erfüllt. Eine
Neubewertung der Triumph Tiger Explorer.
 

Sie sind nicht freiwillig Freunde, sondern
zwangsläufig Kollegen. kot, arlo und Vauli nutzten die Roadshows on
Tour, um sich durch die Big-Enduro Palette zu testen. Drei Menschen,
drei Meinungen zu BMW R 1200 GS, Ducati Multistrada 1200 S, Honda
Crosstourer, Kawasaki Versys 1000, Triumph Tiger Explorer und Yamaha
Super Ténéré 1200.




Doch kein GS Killer,
trotzdem cool.





kotAuf sie hätte ich gezählt, sie war mein
Favorit, sie hätte es schaffen können - die GS ins Wanken zu bringen. Und
auch nachdem für mich feststeht, dass sie es doch nicht schaffen wird,
bin ich vom Explorer noch sehr angetan. Die grobschlächtige, monströse
Optik entspricht dem rauen, heiseren Klang des ebenso monströsen
Auspuffs und das verleiht der Triumph mehr Glaubwürdigkeit, als so
manche Konkurrentin sie hat. Trotzdem muss ich meinen ersten Eindruck
etwas revidieren, die Leistung betreffend nämlich.


Hatte ich beim Presslaunch in Spanien noch das Gefühl, dass von den proklamierten 137
PS ca. 20 fehlen mussten, bin ich nun kein Ungläubiger mehr. Der 1215
Kubik große Dreizylinder schiebt an wie eine kräftige englische
Wirtshausfaust. Mit 260 Kilo vollgetankt ist der Explorer kein
Leichtgewicht, Engländer haben halt einen Bauch, aber sein Problem ist
eher die Kopflastigkeit. Erst dadurch fällt das Gewicht ins Gewicht und
macht die England-Enduro im Winkelwerk träge und schwer. Und beim
Kurveneingang haben die 4-Kolben-Zangen an zwei 305er Scheiben vorne
ordentlich zu tun, da sollte man lieber mit mehr als zwei Fingern am
Hebel ziehen. Wie immer muss man drauf hinweisen, dass diese Art von
Motorrad wohl kaum jemals so bewegt wird, wie in den intensiven
Testphasen ohne Rücksicht auf Verluste. Dadurch hat die Explorer auch
mit den Schwächen eines Erstlingswerks gute Chancen, sich im großen
Kreis der Tourentitanen von Anfang an zu etablieren.





Very gemütlich. But not
sehr sportlich.





Keine andere der sechs Großenduros sieht so wuchtig aus wie die Triumph
Tiger Explorer. Dementsprechend gut ist ihr Windschutz: Die Scheibe ist
hoch und breit, die Verkleidung so ausladend, dass erst bei sehr hohen
Geschwindigkeiten ein Lüfterl zum Fahrer durchdringt. Auch die
Sitzposition passt da sehr gut dazu, man sitzt gemütlich aufrecht, der
Sattel ist bequem und der Motor kann mit einem Wort beschrieben werden:
souverän! Schon toll, wie das hubraumstarke Triebwerk mit seinen drei
Zylindern von unten wie ein Turbodiesel andrückt und laufruhig bei nur
6400 Touren sein höchstes Drehmoment von 121 Newtonmeter erreicht.


Ganz
so gut wie die Honda kann die Triumph allerdings nicht ihr hohes Gewicht
überspielen, die Fuhre schiebt schon etwas stärker zum äußeren
Kurvenradius und will ordentlich hinein gedrückt werden. Auch bei ihr
regelt die Traktionskontrolle etwas zu nervös, da ginge bei einer
sensibleren Abstimmung gewiss noch mehr. Leider verzichtet sogar die Bremsanlage
gerne auf allzu sportliche Ausbrüche, lässt sich im Gegenzug aber
tadellos dosieren und erschreckt niemanden mit zu heftigem Ansprechen -
die Engländer wissen eben, worauf es ankommt!






Leistung zählt. Und die
kommt nicht ans Optische ran.





Der dritte Europäer im Vergleich
mimt optisch den klassischen Weltreisenden und orientiert sich dabei
sehr stark an der Bayrischen. Lediglich mit Gussrädern anstatt
Drahtspeichen gehen die Engländer ihren ”own way”, der doch deutlich mehr über
Asphalt als über Schotter führt. Wie alle Neuen hat auch die Engländerin
ABS und Traktionskontrolle mit an Bord – serienmäßig allerdings. Sie ist
zwar etwas teurer als die Versys,
jedoch noch immer deutlich günstiger als der Rest des Feldes
(insbesondere BMW und Ducati).


Neben dem Preis ist auch der Motor der
Explorer ein kleines Highlight. Die 137 PS scheinen für eine Enduro etwas
viel, relativieren sich aber im Schatten der Ducati dann aber auch
wieder schnell und passen der Triumph gut ins Konzept, ohne zu
überfordern. Ein fast perfektes Motorrad, wäre da nicht das Gewicht von
über 270 kg, damit wiegt sie nicht nur so viel wie meine Mutter, sondern
auch mehr als der Rest des Testfeldes, mit Ausnahme der Honda. Ich bin
ja prinzipiell kein Ästhet, ein Mopped muss in erster Linie gut
funktionieren, in zweiter lange funktionieren und erst in dritter gut
aussehen. Deshalb lasse ich mich vom zweifellos imposanten Auftritt der
Explorer nicht einschüchtern, denn ich weiß, dass unter der eckigen
Schale ein eher rundlicher Kern sitzt, oder so.









Technische Daten


Triumph Explorer


Gebrauchte

Triumph Explorer



Interessante Links:

Fotos: 1000ps

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Ihr Auftreten ist brutal. Mit klobig-kantigem Design imponiert die Triumph Tiger Explorer seinen Betrachtern schon im Stand und versetzt die Konkurrenz in Alarmbereitschaft. Ebenso mächtig wie die Statur ist der Dreizylinder, der die Explorer trotz der paar Kilo mehr fest nach vorne schiebt. Die Elektronik wie ABS und Traktionskontrolle ist serienmäßig.

http://www.1000ps.de/testbericht-2354901-Triumph_Tiger_Explorer